Wahrscheinlichkeit für FSME und Verkehrsunfall
Risiko FSME
Frühsommermeningoenzephalitis, kurz FSME, wird durch Zecken übertragen. Alljährlich im Frühjahr beeindrucken metergroße Zecken auf Plakatwänden und fordern uns zur Impfung auf. Ich möchte hier mal Zahlen veröffentlichen, die aus dem schulmedizinischen Buch "Infektionskrankheiten. Verstehen, erkennen, behandeln" von Suttorp, Mielke und Kiehl aus dem Jahr 2003 stammen und daraus errechnen, wie gefährlich die FSME nun ist.
In Risikogebieten, dazu zählt Innsbruck und Umgebung ganz gewiss, ist jede 100. bis 1000. Zecke FSME-Überträgerin. Nur 10-30% der Infizierten entwickelt überhaupt Krankheitssymptome, davon kommen wiederum nur 30% ins enzephalitische Stadium, wovon 1-5% tödlich enden, weitere 15-20 Prozent haben bleibende Schäden.
Wir rechnen also und stellen fest: Nach stattgefundenem Zeckenbiss ist das Risiko, an FSME zu sterben, im ungünstigsten Fall 1:20.000, im günstigsten 1:3 Mio. Das Risiko bleibender Schäden liegt zwischen 1:5.000 und 1:200.000.
Zum Vergleich: Verkehrsunfall
In Österreich starben im Jahr 2009 im Straßenverkehr 633 Menschen; bei 8.355.260 Einwohnern liegt somit die Wahrscheinlichkeit, innerhalb eines Jahres einem tödlichen Verkehrsunfall zum Opfer zu fallen, bei 1:13.200, das ist deutlich wahrscheinlicher als der Tod an FSME nach einem Zeckenbiss. (Quelle für die Zahlen: Statistik Austria)
49.158 Menschen wurden 2009 im Verkehr verletzt. Daraus errechnet sich eine Wahrscheinlichkeit von 38%, im Laufe eines Lebens (80 Jahre) bei einem Verkehrsunfall körperlich zu Schaden zu kommen. Anders formuliert: Fast 4 von 10 Österreichern werden in ihrem Leben mindestens ein Mal bei einem Verkehrsunfall verletzt.
Wieder auf eine Lebensspanne von 80 Jahren gerechnet ergibt sich außerdem, dass man mit einer Wahrscheinlichkeit von 6 Promille (6 von 1.000) im Straßenverkehr stirbt.